"Modulare Unterkünfte für Flüchtlinge" - Berlinweit offener zweiphasiger Kunstwettbewerb

 

Das Land Berlin hat in den letzten drei Jahren insgesamt rund 86.000 Geflüchtete aus den Kriegsgebieten im Nahen Osten, insbesondere aus Syrien, Afghanistan und Irak aufgenommen, die zunächst in Notunterkünften untergebracht werden mussten.

Vor dem Hintergrund, dass in den nächsten Jahren mit einer kontinuierlichen und stetigen Flüchtlingsbewegung aus den Krisengebieten nach Europa zu rechnen ist, hat der Senat von Berlin die Initiative zum Bau von landeseigenen Immobilien zur Unterbringung von Geflüchteten ergriffen und 10 landeseigene Liegenschaften identifiziert, um dort entsprechende Unterkünfte zu errichten.

Auf der Grundlage eines Entwurfs der Abteilung Hochbau der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt wurde ein modulares Bausystem entwickelt, das in Fertigbauweise hergestellt und in kurzer Zeit montiert werden kann. Basis für ein Wohngebäude bildet das sogenannte Grundmodul Wohnen, das sich aneinanderreihen lässt. Den Wohngebäuden ist ein Funktionsgebäude zugeordnet, das allgemeine und gemeinschaftliche Nutzungen beherbergt. Die Gestaltung des Außenraums setzt sich aus unterschiedlichen Spiel- und Aktionsmodulen zusammen. Die städtebauliche Anordnung der Anlage kann durch eine grundstück- und standortbezogene Platzierung der Baukörper und Freiraummodule variiert werden.

Im Rahmen dieses Bauvorhabens wird nun ein berlinweit offener zweiphasiger Kunstwettbewerb ausgelobt.

Aufgabe dieses Kunstwettbewerbs ist es, für bis zu 10 Standorte der Modularen Unterkünfte für Flüchtlinge einen künstlerischen Entwurf zu erarbeiten, der sich thematisch mit der geplanten Nutzung als Orte auseinandersetzt, an denen Menschen verschiedener Herkunft, Nationalität, Weltanschauung und Altersgruppe nach ihrer Flucht vor Krieg und Gewalt eine erste Zuflucht in einem fremden Land finden, um von hier aus einen Weg in die hiesige Gesellschaft zu finden.

Alle Modularen Unterkünfte für Flüchtlinge sind Gegenstand der künstlerischen Bearbeitung. Es können Entwürfe für einen, mehrere oder alle Standorte eingereicht werden. Eine standortübergreifende Herangehensweise ist möglich.
Erwartet wird ein eigenständiger Entwurf eines künstlerischen Projektes, das speziell für diese Aufgabe entwickelt wurde.
Alle zeitgenössischen und künstlerischen Ausdrucksformen sind möglich, einschließlich Formen einer partizipatorischen Kunstpraxis.